Kleinkindbetreuung als Bildungs- und Erziehungsaufgabe
Schwäbisch Gmünd / Wustenriet – Auf Einladung der Großdeinbacher SPD diskutierten Erzieherinnen, Lokalpolitiker und Vertreterinnen des neu gegründeten Gesamtelternbeirats der Kindertagesstätten im Cafe Waibel in Wustenriet über Kleinkindbetreuung. Die Initiatorin der in der Planung befindlichen privaten Waldauer Kindertagestätte Sara Tost erläuterte das Konzept für ihre Einrichtung, in welchem zehn Krippenplätze für unter Dreijährige und zwölf Ganztagesplätze für eine gemischte Gruppe mit maximal fünf unter Dreijährigen entstehen soll. Allgemeine Bewunderung rief hervor, dass hier eine private Initiative eine wirtschaftlich vertretbare Lösung für diese gesellschaftliche Aufgabe gefunden hat, welche sonst auf zusätzliche Finanzmittel angewiesen ist. Die rund zweitausend Kinder, welche in Schwäbisch Gmünd in circa 90 Gruppen betreut werden, sind z. Z. nur in 136 Fällen auf Plätzen für Kinder unter drei Jahren. Diese wurde allgemein bemängelt und zugleich darauf hingewiesen, dass erfreulicher weise die Stadt die Anzahl dieser Plätze in kürzester Zeit nun auf 300 erhöhen will. Wie Sylvette Rall und Tanja Hermann vom Vorstand des Gesamtelternbeirats betonten, sei aber zugleich auf die Gebührenschraube zu achten. „Die Gebühren wurden von einem Kindergartenjahr zu anderen um 55 % angehoben“, beklagte sie. Diese Entwicklung habe dann die Initiative hervorgerufen, einen Gesamtelternbeirat zu gründen mit dem Ziel, solche Härten zu mildern oder rückgängig zu machen. Wie Ortsvereinsvorsitzender Konrad von Streit hervorhob, seien die Gebühren für die Hortbetreuung von monatlich über 400 € für eine Mutter, welche vielleicht nur eine schlecht bezahlte Arbeitsstelle gefunden hat, kaum zu bezahlen. Manche blieben dann zu Hause und verlören den Anschluss in ihrem bisherigen Betrieb und Beruf, was zu weiteren Problemen führe. Wie Erzieherin Sara Tost betonte, sei es nicht nachweisbar, dass Kinder aus einer Hortbetreuung sich langsamer entwickeln, vielmehr seien sie normalerweise anderen Kinder deutlich in der Entwicklung der Sprachfähigkeit und Motorik voraus.Diskussion über Altersarmut und Pflegebedürftigkeit
Schwäbisch Gmünd - Im Cafe Waibel in Wustenriet diskutieren die Deinbacher Sozialdemokraten am Mittwoch (21.04.10) um 19.30 Uhr in einer öffentlichen Veranstaltung das Problem der Altersarmut und ihre Folge für die Pflegebedürftigen. Pflegedienstleiterin Andrea Wowereit informiert über Leistungen der Pflegeversicherung und Ortsvereinsvorsitzender Konrad von Streit über die Ergebnisse des Forums "Sozialbericht" des Landkreises. Das Problem betrifft vor allem Frauen. Sie mußten oft gering bezahlte Tätigkeiten annehmen. Auch wegen der Pflege von Angehörigen und wegen ihrer Kinder waren sie weniger Jahre berufstätig, weshalb sie dann auch wenig Rente bekommen. Schätzungsweise gibt es zehn- bis fünfzehntausend verarmte Frauen im Landkreis, deren Prableme sich verschärfen, sobald Pflege notwendig wird. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen, an der Diskussion teilzunehmen.